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Auszug aus der "OSTSEE-ZEITUNG" vom 27.10.2009

27.10.2009. Greifswald. Die Hansestadt Greifswald muss ihre Ausgaben reduzieren, sonst wird sie ihre finanzielle Leistungsfähigkeit auf Dauer verlieren. So steht es im über 200 Seiten starken Prüfbericht des Landesrechnungshofes zu den Jahren 2007 und 2008, der jetzt vorliegt. Dabei wird bis 2011 ein Einspar-Potenzial von jährlich 7,5 Millionen Euro ausgerechnet, möglich wären sogar 12,9 Millionen.

Die Liste der Grausamkeiten ist lang. 3,8 Millionen Euro weniger fürs Personal, 1,5 Millionen weniger fürs Theater, 0,75 Millionen weniger für die anderen Kultureinrichtungen, 5,1 Millionen Mehreinnahmen über die städtischen Beteiligungen wie Stadtwerke und WVG. Viele Vorschläge findet man schon in der unter dem Druck der Finanz- und Wirtschaftskrise neu entstandenen städtischen Sparliste 2009 wieder.

Der Landesrechnungshof stützt sich auf ein Gutachten der Berliner VEBERAS Consulting GmbH, das sich auch dem Theater sehr intensiv widmet. Der künftige Zuschuss, so deren Vorschlag, sollte bei 1,5 Millionen Euro (heute 3,1 Millionen) liegen. Die Gutachter spielen mehrere Varianten durch. Die vorgeschlagene Halbierung der städtischen Zuschüsse wird unter anderem mit einem Vergleich begründet. Die finanzschwachen Flächenländer des Westens geben pro Einwohner nur 50 Prozent dessen aus, was sich MV heute leistet. Und bei 98 Prozent der Einnahmen dieser Länder wird Mecklenburg-Vorpommern 2019 nach Auslaufen des Solidarpaktes ankommen. Nach der Analyse von VEBERAS sind in MV 2020 „allenfalls noch zwei vollständige Theaterbetriebe denkbar“. 

Die VEBERAS verglich übrigens Greifswald mit Stralsund, Emden, Flensburg und Frankfurt/Oder. Laut Vergleich mit hat Greifswald kein Einnahme-, sondern ein Ausgabenproblem. „Greifswald liegt bei den allgemeinen und zweckgebundenen Finanzzuweisungen mit 880 Euro pro Einwohner in der Spitze.“ Der Bericht bescheinigt Greifswald zwar erneut die Rolle des weißen Raben in der Region, aber das reicht nur, um Frankfurt/Oder und Stralsund hinter sich zu lassen.

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